Erinnerungen an den Kyritz-Lauf des TuS Augustfehn

Vor 25 Jahren 430 Kilometer an vier Tagen gelaufen

Im Jahr des 125-jährigen Bestehens des TuS Augustfehn trafen sich kürzlich in den Räumen der Bürgerschule zahlreiche Leichtathleten des Vereins zu einer Wiedersehen-Veranstaltung. Vor 25 Jahren bewältigten 30 Läuferinnen und Läufer einen Stafettenlauf über 430 Kilometer in vier Tagen von Kyritz nach Augustfehn. Anlass war die damalige 100-Jahrfeier des TuS. Organisiert wurde das Treffen von Leichtathletik-Urgestein Volkmar Epkes.

Zum 100-jährigen Bestehen des TuS Augustfehn hatte der Vorstand die Abteilungen „verpflichtet“, sich etwas für diese Jubiläum zu überlegen. Die Leichtathleten um Enno Cramer beschlossen: „Wir machen zur Eröffnung der Sportwoche einen Stafettenlauf von Kyritz nach Augustfehn.“ Kyritz, gelegen im Nordwesten Brandenburgs, war nach der Wende Partnerkreis des Ammerlands.

Die Vorbereitungen konnten also beginnen. Insgesamt dreimal wurde die Strecke abgefahren und auf ihre „Lauftauglichkeit“ überprüft. Man entschied sich, Wohnmobile für die Fahrt und Unterbringung der Läufer zu besorgen. Der Landkreis Ammerland, die Gemeinde Apen und insgesamt 16 örtliche Firmen unterstützten das Projekt großzügig.Am 2. September 1992 verabschiedeten der damalige Bürgermeister Hermann Tammen und zahlreiche Angehörige bei der Sporthalle Schulstraße in Augustfehn die Läufer. In sieben Wohnmobilen machte sich die Gruppe auf die 430 Kilometer lange Strecke nach Kyritz in Brandenburg.

Am folgenden Tag ging es zurück – allerdings dann im Laufschritt. Der Startschuss für die Läufer erfolgte pünktlich um 8.00 Uhr beim Kyritzer Landratsamt. Der minutiös geplante Lauf endete am ersten Tag in Wustrow (Wendland) im Landkreis Lüchow-Dannenberg, dann ging es weiter nach Soltau. Endstation am dritten Tag war Hengsterholz (Gemeinde Ganderkesee). An drei von vier Lauftagen hatten die Sportler mit mehr oder weniger viel Regen zu kämpfen. Aber dass hielt keinen davon ab, auf den jeweiligen Streckenabschnitten sein bestes zu geben. Immer zwei bis drei Läufer liefen miteinander Distanzen von vier bis über zehn Kilometer.

Am letzten Lauftag fehlte etwas: Genau, der Regen. Die Sonne schien schon am Morgen und jeder pflegte erst einmal seinen Muskelkater. Denn mittlerweile taten jedem die Beine weh. Nach dem Frühstück ging es über Brettorf, Huntlosen, Wardenburg, Klein-Scharrel, Edewecht, Osterscheps und Apen nach Augustfehn zurück. In Edewecht schlossen sich etwa 15 befreundete Läufer der Fehntjer Gruppe an. Weitere folgten ab Osterscheps, Godensholt und Apen, die teilweise aus Westerstede, Rastede und sogar Aurich angereist waren, um die Schlussetappen mitzulaufen.

Über 70 Läufer trafen in Augustfehn ein. Am Straßenrand hatten sich viele Bürger eingefunden, um den Läufern zu applaudieren. Freudestrahlend wurde der letzte Kilometer gelaufen. Beim Zieleinlauf gab es noch eine große Überraschung: Die Damenturnerinnen standen Spalier und unter kräftigen Beifall einer großen Anzahl von Zuschauern endete der viertägige Stafettenlauf.

Der damalige Landrat Horst Bühring und Bürgermeister Hermann Tammen lobten die sportlichen und kulturellen Leistungen der Augustfehner Sportler. Auch Enno Cramer vom TuS lobte „seine“ Läufer für die tollen Leistungen, die an den vier Tagen erbracht wurden. Anschließend nahmen alle an der großen Abschlussfeier des Laufes im Sportjahr 1992 teil.

In der Bürgerschule in Augustfehn saßen die Leichtathleten des TuS Augustfehn beim Wiedersehen 25 Jahre später in gemütlicher Runde noch lange zusammen. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht sowie Fotos und Zeitungsartikel angesehen. Alle waren sich einig, dass der Stafettenlauf ein einmaliges Erlebnis war und so nicht zu wiederholen ist.

Erinnerungen an den Kyritz-Lauf des TuS AugustfehnEin Wiedersehen nach 25 Jahren gab es für zahlreiche Leichtathleten des TuS Augustfehn, die am Stafettenlauf über 430 Kilometer an vier Tagen von Kyritz nach Augustfehn teilgenommen hatten.

Heino Schmidt